Weil sie Menschen immer in ihrer Ganzheit sieht. Sie hilft, die Vergangenheit anzunehmen, zu akzeptieren und besser zu verstehen. Biografiearbeit ermöglicht, Gegenwärtiges besser zu bewältigen und damit wieder Lust auf Zukunft zu machen. Ganz im Gegensatz zur Nostalgiearbeit, die in der Vergangenheit stecken bleibt. |
Weil sie Menschen ganz allgemein wachsen, selbst-bewusster und reifer werden lässt. Weil eine Lebensrückschau aus einer größeren Distanz heraus immer auch Änderungen von Sichtweisen erlaubt, dadurch Toleranz, Nachsichtigkeit und Weisheit wieder in den Vordergrund rücken dürfen. |
Weil sie Strukturen und Anlässe in einem ganz besonderen Umfeld schaffen kann, die in privater Umgebung selten so möglich sind. Zumal durch Anleitung die Arbeit an der eigenen Identität gezielter unterstützt werden kann. Aber auch! |
Bewusst Rückschau halten, um die Gegenwart anders wahrnehmen, der Zukunft neue Chancen geben zu können.
Biografische Selbstreflexion kann bereits bei Kindern und Jugendlichen einsetzen, die bei Adoptiveltern oder im Heim leb(t)en, dadurch nur wenige Informationen über ihre Herkunft überhaupt haben, sich selbst vergewissern wollen. Eine Fortsetzung kann sie insbesondere bei Menschen im mittleren Lebensalter finden, die Krisen wider Erwarten sogar als eine Chance begreifen wollen.
Biografiearbeit kennt keine Altersgrenze. Deshalb ist es nie zu früh, aber auch selten zu spät, die Weichen im Leben noch mal neu zu stellen. Vertiefend weitere Gedanken zu folgenden drei Themen:
1. Die Zeit heilt keine Wunden
Die Zeit heilt keine Wunden, auch wenn zuweilen der Volksmund genau das Gegenteil behauptet. Nein, die Zeit ermöglicht oft nur eine Verdrängung! Denn so lange es noch irgendwo "kratzt", sich ein Mensch beispielsweise noch immer im Unfrieden mit einer Person oder einem Erlebnis aus der Vergangenheit befindet, ist noch lange nichts "geheilt". Oder anders ausgedruckt: ohne geheilte Vergangenheit kann es keine gute Zukunft geben*.
Eine noch "offene Wunde" kann anfangen sich zu schließen, sobald ein Mensch tatsächlich aus sich selbst heraus den tiefen Wunsch verspürt, bis dahin Belastendes in einen inneren Frieden und Freude umwandeln zu wollen; Trauer zulässt. Denn nur, wer ungeweinte Tränen endlich weint, kann seine Wunden eines Tages womöglich tatsächlich heilen: "Das Märchen von der traurigen Traurigkeit"
Wie destruktiv die Kraft der Verdrängung sein kann, aber auch der Mut, sie zu überwinden, zeigt der Sohn der großen Kindheitsforscherin und Bestsellerautorin Alice Miller in seinem Buch auf. "Das wahre Drama des begabten Kindes"
Parallel zu möglichen Meditationen kann dabei gerade auch die musisch-kreative Beschäftigung mit der eigenen Lebensgeschichte helfen, solch' einen "Transformationsprozess" einzuleiten. Denn der spielerisch-künstlerische Umgang mit bestimmten Lebensereignissen lässt Menschen in den Fluss kommen, öffnet damit auf eine ganz natürliche Weise die Herzen der Menschen. Was allerbeste Voraussetzung für seelisches Gesunden, für Zufriedenheit und wesentlich mehr Gelassenheit im Alltag, Basis für einen entspannten Umgang mit den nicht zu verharmlosenden Schwierigkeiten des Älterwerdens ist.*
2. Die Vergangenheit annehmen und akzeptieren
Vergleichbar mit abgespeicherten Daten auf einer Computerfestplatte sind auch bei uns Menschen Gedanken, Gefühle und Erfahrungen ein Leben lang in uns abgespeichert. Wenn auch äußerlich nicht sichtbar, tragen wir sie doch täglich mit uns herum.
Bleibt deshalb zu fragen, ob wir unsere eigene Vergangenheit inzwischen bereit sind anzuerkennen, sie wertschätzen oder sie noch immer verurteilen.
Die positive Nachricht lautet, dass jeder Mensch, der sich diese Fragen ganz ernsthaft stellt, auch begreift, dass er seine bisher "abgespeicherte" Vergangenheit transformieren kann.
Es hat was sehr Befreiendes, mit zunehmendem Alter begreifen zu dürfen, dass Manches im Leben einfach nicht mehr so wichtig scheint, hingegen Anderes plötzlich einen ganz besonderen, einen neuen Stellenwert einnehmen kann. Nicht zuletzt auch die Aussage der Tragikomödie von Yann Samuel aus dem Jahr 2010:
Mit "OnSyTrailer" geteiltes YouTube-Video* | Weblink zur Site "Der Film - Vergissmichnicht"
3. Mit dem Herzen verstehen wollen
Vergeben wollen, vergeben können - wahrlich kein leichter, dennoch ein sich immer lohnender Prozess. Denn er geht einher mit dem Verstehen über das Herz, das Verstehen des jeweils Anderen und seiner Umstände, auch mit der Erkenntnis, dass nur ein un-bewusst handelnder Mensch nicht weiß, was er tut, ein bewusst handelnder Mensch aber schon.
"The Work of Byron Katie ist ein Weg, jene Gedanken zu identifizieren und zu hinterfragen, die alles Leiden in der Welt verursachen. Es ist ein Weg, Frieden zu finden – mit dir selbst und mit der Welt."
(Sätze aus dem Vorwort des so genannten kleinen Buches "Einfuhrung in The Work)
Weblink zum PDF-Download "Little Book"
Das Verena-Kast-Lesebuch "Aus dem Leben schöpfen" verweist auf die eigene Biografie als eine Kraftquelle, darauf, dass in jedem Leben ein Sinn steckt, auch wenn dieser nicht immer auf den ersten Blick erkennbar wird. Denn gerade erst im Rückblick erweisen sich oftmals schwere Zeiten wider Erwarten als sehr stärkend.
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