"Die Betrachter tauchen in eine Atmosphäre ein, auf die der Begriff Deutsch-jüdische Symbiose zutrifft, gerade als diese endgültig zur Illusion wird. Während auf dem Piano Mendelssohn Bartholdys Lieder ohne Worte verklingen, dringt das Böse in Gestalt von Braunhemden und Möbelpackern ein, die den Hausrat im Zuge der Reichskristallnacht konfiszieren. Heute erinnern Stolpersteine vor dem Haus Keithstraße 14 in Berlin-Schöneberg an die 1942 in Auschwitz ermordete Familie." Anja Schulze
Barbara Loftus ist eine britische Künstlerin mit deutschen Wurzeln. Das deshalb, weil Mutter Hildegard in Deutschland, in Berlin-Schöneberg aufwuchs. Glücklicherweise gelangte Hildegard mit 23 Jahren noch mit dem damaligen Kindertransport 1939 nach England. Dort heiratete sie als junge Frau Joe Loftus, einen englisch-irischen Schreiner und Kommunist.
Die beiden aus dieser Ehe hervor gegangenen Kinder, Barbara und Brian, sind deshalb natürlich auch englische Staatsbürger und von Anfang an in die englische Gesellschaft, Sprache und Kultur integriert gewesen. Und dennoch fühlte sich Barbara immer wieder fremd und nicht zugehörig. Letztendlich gab ein Teil genau dieses Lebensgefühls den Ausschlag für ihre, der Erinnerungsarbeit gewidmeten Malerei, die nicht selbstverständlich war, denn ...
Mehr zum Thema in der Dauerausstellung "Wir waren Nachbarn" im Rathaus Schöneberg in Berlin bzw. auch im Buch "Die Bürokratie des Terrors - eine Exhumierung" (ISBN 9780953408023).
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"Die Geschichte ihrer Familie, die auch ihre eigene Geschichte ist, trat ihr zunächst in Form des Schweigens, des Verschweigens und Vergessens entgegen - nichts ungewöhnliches für die Opfer. Die Nachkriegsgesellschaften in Deutschland, aber auch in England und Frankreich, waren wenig aufgeschlossen für die Erzählungen der Shoah. Das Trauma der Überlebenden verkapselte sich im Schweigen, das bei Hildegard Loftus erst im hohen Alter sich bruchstückhaft löst ...". Trailer sowie Weblink zur Sonderausstellung "Lieder ohne Worte - Bilder der Erinnerung" | 2013 |
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Barbara Loftus arbeitete auch weiterhin an Projekten, in denen sie die sowohl glücklichen, aber auch so tragischen Erfahrungen ihrer Mutter Hildegard von Berlin-Grunewald in Bildern und einem Film umsetzte. Nicht zuletzt die Erinnerungen an die Zeit, als ihre Mutter Mitglied der Berliner Wandervogel-Gruppe war; die jungen Leute damals oft in den Grunewald ausschwärmten. Genau zu den dem Ort, von dessen Bahnhof aus später Juden in den Osten deportiert wurden, so wie damals auch ihre eigene Familie. "Eine kreative Reise beginnt innerhalb der Atelierwände und wird zum Akt der malerischen Wiederinbesitznahme des imaginären Lebens von Familienmitgliedern, die nur durch Fotografien und Briefe bekannt sind." Bildlink zum Trailer | 2019 Über Land und Wasser | Die zwei Reisen der Familie Basch: |
Weblink zu Site der Künstlerin Barbara Loftus
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